
Zum Abschluss der nationalen Wettkampfsaison ging es am 31. Oktober und 1. November noch einmal für die Deutsche Meisterschaft in Darmstadt ans Seil. Für zusätzliche Spannung sorgte dabei die besondere Bedeutung des Wettkampfs: Erstmals wird die Deutsche Leadmeisterschaft voraussichtlich als Kriterium für die Weltcupnominierungen der kommenden Saison herangezogen. Entsprechend hoch war das Niveau, auf dem sich die insgesamt 34 Damen und 37 Herren miteinander messen mussten.
Am Samstag standen zunächst die Qualifikationsrunden auf dem Programm. Für den Einzug ins Halbfinale am Sonntag galt es, sich unter den besten 26 der jeweiligen Konkurrenz zu platzieren. Dort wurden anschließend die jeweils acht Finalplätze vergeben.
Für gleich drei Mitglieder des norddeutschen Teams war die Meisterschaft eine Premiere. Elisa Kilian, Mette Kröger und Anton Dederer waren in diesem Jahr erstmals alt genug, um bei einer Deutschen Meisterschaft der Erwachsenen an den Start gehen zu dürfen. Während Mette und Anton mit den Plätzen 32 und 28 den Einzug ins Halbfinale verpassten, gelang Elisa dieser direkt bei ihrem Debüt. Als 26. der Qualifikation sicherte sie sich den letzten freien Halbfinalplatz und durfte am Sonntag ein weiteres Mal an die Wand.
Besonders erfreulich verlief die Qualifikation auch für Janne Eisenkolb und Marie Koepler. Beide zeigten starke Leistungen und zogen auf den Plätzen elf und zwölf souverän ins Halbfinale ein. Für Marie war allein die Rückkehr auf die Wettkampfbühne ein besonderer Moment: Fast genau ein Jahr nach einer schweren Knieverletzung bestritt sie in Darmstadt ihren ersten Wettkampf seit der langen Pause.
Bei den Herren qualifizierten sich auch Tarek Robrahn auf Platz 19 und Felix Leuoth auf Platz 23 für die nächste Runde. Für Felix war die Teilnahme dabei eine besondere Rückkehr. Zum ersten Mal seit 2016 war er wieder bei einem nationalen Leadwettkampf an der Wand und war sogar der älteste Teilnehmer des gesamten Feldes.
Am Sonntagmorgen ging es dann um die begehrten Finaltickets. Insbesondere das Halbfinale der Damen hatte es in sich: Bereits kurz nach Start wartete eine anspruchsvolle dynamische Bewegung, an der fast die Hälfte des Feldes scheiterte. Elisa fand für diese Schlüsselstelle eine eigene Lösung und konnte die Bewegung statisch überwinden. Damit ließ sie zahlreiche Konkurrentinnen hinter sich und verbesserte sich gegenüber der Qualifikation um beeindruckende 15 Plätze auf Rang 11. Eine starke Leistung bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft!
Auch Marie meisterte die schwierige Passage, musste sich aber nach einem Fehler nur zwei Züge später mit Platz zwölf zufriedengeben. Dennoch bestätigte sie damit ihre gute Leistung aus der Qualifikation und feierte nach ihrer langen Verletzungspause ein gelungenes Comeback.
Bei den Herren stand vor allem die Ausdauer im Vordergrund. Die insgesamt deutlich gleichmäßigere Route verlangte den Athleten über viele Züge hinweg ein hohes Maß an Präzision und Durchhaltevermögen ab. Tarek und Felix behaupteten sich auch in dieser Runde im starken Teilnehmerfeld und beendeten die Meisterschaft auf den Plätzen 21 und 24.
Bei Janne fehlten nur eine Handvoll Züge für den Finaleinzug und er belegte am Ende wie schon in der Qualifikation den elften Platz. Trotz der Enttäuschung über den knapp verpassten Sprung in die nächste Runde ist damit ein gutes Fundament für die internationalen Nominierungen im nächsten Jahr gelegt.
Auch wenn der Finaleinzug für das norddeutsche Team diesmal ausblieb, fällt die Bilanz insgesamt positiv aus. Fünf der sieben gestarteten Athletinnen und Athleten erreichten das Halbfinale, gleich drei sammelten erstmals Erfahrungen bei einer Deutschen Meisterschaft und Marie feierte nach langer Verletzungspause ihre Rückkehr in den Wettkampfsport. Damit ist die nationale Wettkampfsaison 2026 abgeschlossen und es ist Zeit für das Wintertraining. Weiter geht es voraussichtlich im nächsten Jahr wieder am 27. Februar mit dem ersten DJC der Saison.