
Am 27. und 28. Juni fand in der Hamburger Europa Passage der 7. Deutsche Jugendcup der Saison statt. Die besondere Kulisse mitten in einem der größten Einkaufszentren Hamburgs sorgte für viel Aufmerksamkeit, stellte die Teilnehmenden jedoch auch vor schwierige Bedingungen. Vor allem am Samstag bedeuteten Temperaturen von mehr als 40 Grad eine enorme Belastung, sodass wirklich schnelle und fehlerfreie Läufe entsprechend selten zu sehen waren.
Den Auftakt am Samstag machten die U17 und U21. Für Norddeutschland gingen Surya Cornelius, Lea Voigt und Felix Michael an den Start. Für Surya war der Wettkampf der erste Deutsche Jugendcup seit 2024. In einem stark besetzten Feld der männlichen U21 belegte er nach der Qualifikation den 18. Platz und verpasste damit den Einzug in die Finalrunden.
Deutlich weiter nach vorn ging es für die beiden norddeutschen Starter in der U17. Lea erwischte zwar insgesamt einen durchwachsenen Tag und blieb deutlich über ihrer persönlichen Bestzeit. Trotzdem schaffte sie es, sich bis ins große Finale vorzukämpfen, wo sie sich wie bereits in Augsburg Emilia Briel geschlagen geben musste. Nach ihrem zweiten Rang beim ersten Speed-DJC in Augsburg stand Lea somit auch in Hamburg wieder auf der zweiten Stufe des Podests. Damit sicherte sie sich zugleich Rang zwei in der Speed-Gesamtwertung der U17 und darf sich deutsche Vizemeisterin nennen.
Auch Felix hatte zunächst Schwierigkeiten, in den Wettkampf zu kommen, und blieb in der Qualifikation sowie in den ersten Finalrunden deutlich über seiner persönlichen Bestleistung. Trotzdem kämpfte er sich bis ins kleine Finale vor und traf dort auf Moritz Müller, den Jahresschnellsten und frisch gekürten Jugend-Europameister der U17. Im entscheidenden Lauf zeigte Felix schließlich seine beste Leistung des Tages. Mit 6,35 Sekunden setzte er sich gegen Moritz durch und sicherte sich seine erste Medaille bei einem nationalen Wettkampf. Gleichzeitig verbesserte er seine persönliche Bestzeit und erfüllte die Norm für die Jugend-Weltmeisterschaft – bei der allerletzten Möglichkeit, sich noch für den internationalen Saisonhöhepunkt zu qualifizieren. Nach Rang vier in Augsburg belegte Felix damit auch in der Speed-Gesamtwertung den dritten Platz.
Am Sonntag übernahm die U15 die Speedwand. Mit 48 Athletinnen und 37 Athleten stellte sie das mit Abstand größte Teilnehmerfeld des Wochenendes. Auch aus Norddeutschland war die Altersklasse stark besetzt: Insgesamt 14 Athletinnen und Athleten gingen bei weiterhin hohen, aber etwas angenehmeren Temperaturen als am Vortag an den Start.
Bei den Mädchen wurde der norddeutsche Kader von Enja Brose, Käthe Jöhnk, Greta Bröcker, Jette Drews, Merete Middeldorf und Amelie Zgonc vertreten. Für Jette war bereits die Teilnahme etwas Besonderes, denn sie bestritt in Hamburg ihren ersten Deutschen Jugendcup. Am Ende schloss sie ihren ersten nationalen Wettkampf mit einer Zeit von 15,41 Sekunden auf Platz 44 ab. Käthe und Greta konnten nicht ganz an ihre Bestleistungen aus dem vorherigen DJC anknüpfen und belegten die Plätze 38 und 43. Merete und Amelie folgten auf den Rängen 46 und 47. Besser lief es für Enja: Mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 12,36 Sekunden erreichte sie Platz 23 und damit ihr bislang bestes DJC-Ergebnis.
Noch größer war das Aufgebot bei den Jungen. Hier gingen Arsenij Taranukha, Mats Justus, Paul Osmer, Kjell Bootz, Matteo Prehl, Emil Bartels, Juri van Heys und Justus Borges für Norddeutschland an den Start. Auch Matteo feierte in Hamburg sein DJC-Debüt und belegte bei seinem ersten nationalen Wettkampf direkt den 26. Platz. Paul, Juri und Emil erwischten ebenfalls einen guten Tag: Alle drei stellten eine neue persönliche Bestzeit auf und erzielten zugleich ihr bislang bestes Ergebnis bei einem Deutschen Jugendcup. Auch Kjell und Justus konnten sich über neue persönliche Bestzeiten freuen.
Während der Wettkampf für den Großteil des norddeutschen Teams nach der Qualifikation beendet war, sicherten sich Mats und Arsenij wie schon in Augsburg einen Platz in den K.-o.-Runden.
Mats zeigte bereits in der Qualifikation, dass an diesem Tag mit ihm zu rechnen war. Mit einer persönlichen Bestzeit von 9,02 Sekunden zog er als Drittschnellster in die K.-o.-Runden ein. Im Viertelfinale gelang ihm allerdings kein sauberer Lauf, sodass er dort ausschied. In der Endabrechnung bedeutete dies Platz fünf – sein bislang bestes Ergebnis bei einem Deutschen Jugendcup.
Für die größte Überraschung des Sonntags sorgte jedoch Arsenij. Als 15. der Qualifikation musste er im Achtelfinale gegen den Zweitplatzierten der Vorrunde antreten. Nach einem Sturz seines Gegners zog er erstmals in ein DJC-Viertelfinale ein. Doch damit nicht genug: Mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 10,96 Sekunden entschied er auch diesen Lauf für sich und erreichte die Runde der besten vier. Sowohl im Halbfinale als auch im anschließenden kleinen Finale musste er sich zwar der Konkurrenz geschlagen geben, mit dem vierten Platz erzielte er dennoch sein mit Abstand bestes Ergebnis bei einem Deutschen Jugendcup und rundete damit ein erfolgreiches Wochenende für den norddeutschen Kader ab.
Im Deutschen Jugendcup steht in diesem Jahr nur noch ein Wettkampf aus. Am 26. September tritt die U15 beim Lead-DJC in Nürnberg an. Zuvor wartet jedoch noch ein weiterer Speed-Höhepunkt: Vom 24. bis 26. Juli findet im Rahmen der Finals auf dem Opernplatz in Hannover die Deutsche Meisterschaft statt – und damit erneut ein Heimspiel für den norddeutschen Kader. Erstmals wird dort auf nationaler Ebene auch ein Mixed-Relay ausgetragen. Lea und Felix werden dabei gemeinsam in einer Staffel an den Start gehen.

Felix Michael (links) im Viertelfinale des 7. Deutschen Jugendcup in Hamburg
Foto: Vic Harster / DAV