
Am 27. und 28. März fand im Studio Bloc Pfungstadt der jährliche Höhepunkt des nationalen Bouldersports statt: die Deutsche Meisterschaft 2026. Elf Athletinnen und Athleten aus dem Norden waren mit am Start, um in den Kampf um den Titel einzugreifen, darunter ein ehemaliger Deutscher Meister, ein zweimaliger Deutscher Jugendmeister und ein WM-Finalist.
Bei den Damen waren insgesamt vier Athletinnen aus Norddeutschland am Start: Lotta Mehrländer, Amelie Huß, Tara Kröger und Janne Wiethölter. Für Lotta, Amelie und Janne war es sogar der allererste nationale Wettkampf bei den Erwachsenen. In einer extrem schweren Qualifikationsrunde schaffte es am Ende nur Janne sich mit 3 Zonen als Siebte für das Halbfinale zu qualifizieren. Tara schrammte mit zwei Zonen und einem 26. Platz nur knapp am Halbfinale der Besten 24 vorbei. Ähnlich ging es auch Amelie: Mit nur einem Fehlversuche mehr landete sie auf Platz 30, war aber ebenfalls nur 0,3 Punkte vom Halbfinale entfernt. Bei Lotta reichte es am Ende nur für eine Zone und damit Platz 34.
Bei den Herren war die Schwierigkeit der Qualifikationsrunde etwas passender. Dort waren insgesamt sieben Athleten aus Norddeutschland am Start: Marlon Rodzis, Bent von Freier, Tarek Robrahn, Oscar Pongratz, Mattis Eisenkolb, Lasse von Freier und Thorben Perry Bloem. Marlon tat sich schwer mit den Bouldern und beendete den Wettkampf mit zwei Zonen auf Platz 42. Auch Bent fiel der Start nicht leicht, er schaffte es aber sich am letzten Boulder noch ein Top zu sichern und rückte damit auf Platz 37 vor. Besser lief es bei Tarek. Er konnte auch Boulder 1 toppen. Am Ende verpasste er leider dennoch mit Platz 25 wie schon 2022 und 2023 das Halbfinale nur um einen Platz. Dasselbe war Mattis im letzten Jahr passiert. Dieses Jahr ließ er jedoch keine Zweifel aufkommen und qualifizierte sich auf Platz 10 für das Halbfinale. Oscar landete direkt vor ihm auf Platz 9 und sicherte sich damit ebenfalls überzeugend die Qualifikation für die nächste Runde. Ein ganz klares Ausrufezeichen setzten Lasse und Thorben schon zu Beginn des Wettkampfes. Nachdem beide im letzten Jahr ihre erfolgreichste internationale Saison hatten, ging es für die beiden darum ihre Position unter den besten Athleten Deutschlands zu bestätigen und sich für die anstehende Weltcupsaison zu qualifizieren. Und alles sah danach aus, als ob ihnen das Gelingen würde: Lasse kletterte sich direkt auf Platz 3. Für Thorben lief es sogar noch ein bisschen besser: Als Einziger schaffte er es alle Boulder der Runde zu klettern und damit souverän auf Platz 1 in die nächste Runde einzuziehen.
Im Halbfinale wurden sowohl die Damen als auch die Herren mit einer sehr anspruchsvollen Runde konfrontiert. Für Oscar sprang am Ende Platz 11 heraus, Janne belegte Rang 10. Mattis hingegen qualifizierte sich sensationell für das Finale: Mit einem von nur drei Tops in der gesamten Runde zog er auf Platz 4 in die letzte Runde ein. Auch Lasse und Thorben schafften wie erwartet den Sprung unter die besten Acht, erneut mit Lasse auf Rang 3 und Thorben auf Platz 1.
Im Finale tat sich Mattis jedoch schwer. Nachdem er die ersten beiden Boulder ohne Wertung beendet hatte, reichten ihm je eine Zone an den letzten beiden Bouldern nur noch für Platz 8. Thorben unterstrich dagegen von Beginn an seine Favoritenstellung. Mit einem Flash am ersten Boulder und dem einzigen Top an Boulder 2 setzte er sich früh von der Konkurrenz ab. Lasse hatte größere Probleme beim Start. Mit zwei Zonen aus den ersten beiden Bouldern lag er zunächst nur auf Platz 5. Doch mit einem Flash an Boulder 3 brachte er sich zurück ins Rennen, und mit einer Zone am letzten Boulder sicherte er sich erneut Platz 3. Bei Thorben blieben solche Fragezeichen aus. Nachdem er auch den dritten Boulder getoppt hatte, hätte ihm am vierten bereits eine Zone gereicht. Doch davon ließ er sich nicht aufhalten und toppte schließlich auch den letzten Boulder. Damit sicherte er sich in dominanter Manier seinen ersten Titel im Erwachsenenbereich.
Mit diesem Ergebnis haben sich sowohl Thorben als auch Lasse für die anstehende Weltcups qualifiziert. Mattis wurde zudem zum ersten Mal für einen Europacup bei den Erwachsenen nominiert. Los geht es mit den Europacups am 25. April in Kaunas (Litauen) und mit den Weltcups am 1. Mai in Keqiao (China). Wir drücken allen die Daumen!

Thorben Perry Bloem im Finale der Deutschen Meisterschaft 2026
Foto: Pavlo Vekla / DAV